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Ich musste heute meinen Ägypter rangieren

Ich musste heute meinen Ägypter rangieren weil morgen die ersten Platzräumarbeiten für unseren geplanten Hausbau beginnen. Und da saß ich so in diesem feuchten Wagen und kam ins Überlegen. Die momentanen Ereignisse in Ägypten beschäftigen mich sehr und nehmen einen großen Teil meiner Zeit und Energie ein - nicht zuletzt auch aus beruflichen Gründen. Uns hat dieses Land nicht so extrem gut gefallen. Es war ok aber der Funke ist nicht wirklich übergesprungen. Laut, chaotisch, ungeordnet und sehr anstrengend. Orientalisch halt und genau das was uns an den arabischen Ländern so fasziniert - nur die ägyptische Variante hat uns irgendwie überfordert. Muss man mal gesehen haben aber dann ist es auch gut. 9 Tage lang war das so unsere Grundstimmung - bis wir dann wie die meisten wissen an der ägyptisch-libyschen Grenze wegen angeblicher Ungereimtheiten bei den Einreisepapieren nicht weiter als bis zum ersten Kontrollposten der Libyer kamen. Also zurück nach Ägypten. Welcome to Egypt, why are you here again, what's the problem with Libya ? Bis dahin war alles ganz entspannt bis uns langsam und schrittweise vermittelt wurde, dass wir im Falle einer erneuten Einreise nach Ägypten gegen die geltenden Einreisebestimmungen verstoßen würden und das wäre illegal - also ungut. Lange Rede, kurzer Sinn: was wir da im Umgang mit den Polizei- und Zollbeamten erlebt haben - an Vernunft, an Menschlichkeit, im Umgang mit uns, an Beruhigungs- und Beschwichtigungsgebahren, an bestimmtem Willen, uns in unserer misslichen Situation zu helfen, hat unser Bild des Landes von Grund auf geändert. Immerhin haben wir 8 Stunden in Ungewissheit verbracht u8nd da geht einem so Manches durch den Kopf. Nicht zuletzt die Ereignisse heute (und das Verhalten des Militärs) haben mich an genau diese Situation erinnert und mir die feste Zuversicht gegeben, dass es einfach nicht anders geht als dass dieses Land einen guten Weg findet. Die Demonstranten (jetzt hätte ich schon wieder beinahe Protestanten geschrieben, das ist mir gestern im W-Seminar schon ständig passiert, keine Ahnung warum...), also das Volk zeigt sich so friedlich und genau so wie ich es kennengelernt habe - man muss sich vor Augen halten, dass wohl die meisten Eskalationen auf gezielte Provokationen der im Netz der Spinne zappelnden Mücke Mubarak zurückzuführen sind.

Aber zurück zum Thema. Ich bin also in meinem Ägypter gesessen und trotz nicht wirklich gutem Zustand ist der Wagen gleich angesprungen und so zuverlässig gelaufen wie auch bei den 12.000 Kilometern im Sommer 2009. Als Spaziergänger vorbeikamen habe ich mir dann überlegt, dass wohl kein Mensch darauf kommen würde, dass dieses optisch so bemitleidenswerte Fahrzeug vor eineinhalb Jahren genau auf dem Platz stand, der seit Tagen in den Medien zu sehen ist und  teilweise unschöne Bilder auf die Fernsehschirme zaubert: dem Midan Tahrir. Wie haben uns damals dort mit Nora getroffen, die uns nach Giza zu den Pyramiden gelotst hat. Wir mussten etwas warten und auf dem Platz darf man nicht stehenbleiben. Eigentlich ist das dort wohl nicht interessant aber dann kam ein Polizist auf uns zu. Also sind wir einmal um den Platz gefahren und an derselben Stelle wieder stehengeblieben. Das ging dann eine Weile gut, bis wieder ein Polizist auf uns zukam. Dieses Spielchen hat sich dann noch ein paar Mal wiederholt bis Nora kam. Heute frage ich mich was der Polizist mir wohl sagen wollte. Ich bin mir sicher: "Welcome to Egypt". Ich bin mir in einem sicher: ich will diese drei Worte, verbunden mit Herzlichkeit und einem Lächeln so schnell wie möglich wieder hören !

Und noch was Ihr deutschen Westerwelles, Deppendorfs und Buhrows: es heißt Ä-G-Ü-P-T-E-N und nicht E-G-I-P-T-E-N

 

 

 

4.2.11 22:35
 


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